Ist Spiderman: Homecoming ein guter Film?

Ein weiterer Spider-Man Film? Ist das wirklich nötig? So sympathisch die freundliche Spinne von nebenan auch ist, schafft sie es erneut im Kino zu begeistern und zu überraschen ? Oder kann man sich das Ganze auch getrost schenken?

“Mit großer Macht, kommt große Verantwortung.” Mit jener Line lieferte Cliff Robertson (mitunter der Regisseur von Sam Rami 2002) nicht bloß die perfekte Exposition für einen der beliebtesten Superhelden der Welt sondern ebnete eben auch die Kinowelt für Superhelden-Filme. Der Spiderman-Film mit Tobey Maguire spielte im Kino 139 Mio. US-Dollar ein und war damit ein Riesenerfolg. Spider-Man 2 aus dem Jahr 2004 schloss an diesem Erfolg an, und übertraf die Erwartungen der Kritiker und Produzenten. Von da an ging es für die Verfilmungen bloß noch bergab. So war der dritte Teil der Trilogie ein dramaturgisches Desaster und wurde von der Presse zerrissen. Der Versuch die Reihe neu aufzulegen und der Spinne ein neues Gesicht zu verpassen, ging ebenfalls nach hinten los. Die Neuauflagen mit Andrew Garfield waren mit ihrem Erzählstil nicht erfolgreich und arteten zu einem Sony-Werbe-Film aus, einzig die First-Person Sequenzen waren das Highlight der beiden Filme.

In Spiderman: Homecoming versucht man aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. So gab Rechteinhaber-Sony die Produktion in die Hände von Marvel – da Marvel erfolgreicher war in der Umsetzung von Superheldenfilmen – und lehnte sich zurück.  Man versuchte in Homecoming gar nicht erst wieder dieselbe Hintergrundgeschichte zu erzählen. Handlungstechnisch werden wir nach dem Eingreifen von Spiderman in Civil-War eingeworfen. Und das funktioniert besser, wenn man aktiv am Marvel Universum teilnimmt.

Ich hingegen bin eigentlich kein Freund von ewigen Seequels und so entschloss ich mich, nicht in den Film zu gehen. Als ich allerdings mitbekam, dass Mickel Keaton einen Antagonisten in einem Marvel Film spielt, trieb es mich ins Lichtspielhaus. Marvels’ Probleme mit Antagonisten sind bekannt: Meist sind ihre Antagonisten bloß Beiwerk, welches es zu besiegen gilt. So aber nicht in Homecoming und erst recht nicht mit Michel Keaton. Spiderman Homecoming macht einiges anders als noch seine Vorgänger von Sony. Was zu einem erfrischendem Marvel-Kinoerlebnis führt. Mehr aber dann auch nicht.

Klar, die erneute-Spiderman-Gesichte wird sicher keine Oscars mit sich nehmen. Wer allerdings im Marvel Cinematic Universum bewandert ist und die Spinne schon immer gemocht hat, wird dem Film etwas abgewinnen können. Auch, dass man dem Film seinen jugendlichen Still vorwirft und argumentiert, es sei ein Film für Kinder, ist nicht verständlich. Spiderman ist in dem Film immerhin 15 Jahre alt. Dort jegliche Jugendreferenzen wegzulassen würde die Authentizität des Charakters schmälern. Außerdem war Spider-Man schon immer ein Charakter, der junge Menschen abholt und eben den Spagat zwischen Verantwortung übernehmen und erwachsen werden thematisiert. Der Film ist mit weniger Pathos ausgestattet als die Filme von Sam Ramie, dafür mit mehr Witz. Wer ein lockeres Spiderman-Abenteuer sucht, wird mit dem Film zufrieden sein.

 

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