Neue Stadt, neues Glück

Eine Umzugsstory von Karoline Wippert

 

Du entscheidest dich dein Abitur nachzuholen, hast in deiner aktuellen Stadt zu viele Ex-Freunde, möchtest deine Familie auf sicherem Abstand halten oder denkst dir einen anderen, selbst stärkenden Grund aus, warum es das Braunschweig Kolleg sein soll. Dann wird schnell klar: Ein Umzug steht an. (Bei mir war es sogar die neue Stadt) – Ob es dann die „hippe“ Mädels-WG mit Laura und Lisa sein soll oder doch zur Untermiete bei Oma Hannelore, ist für jeden die persönliche Qual der Wahl. Am Ende habe ich mich für das Wohnheim mit den hellhörigen Räumen entschieden – kein Weg ist besser um sich mit seiner Nachbarschaft verbunden zu fühlen, als Streit und Versöhnung im kleinsten Detail mit anhören zu können. (Da bekommt „Wir schaffen das“ eine neue Dimension.) Der kurze Schulweg war aber sicher auch ein Plus!

Nach erster Besichtigung und Augenmaßmessung war schnell klar, dass der große Besuch beim Schweden ansteht. Am Möbelhaus und Namenstrendsetter angekommen, kann man von Ihm halten was man möchte, meine Lieblingsprodukte dort sind jedoch -nicht wie die meisten vermuten Hotdogs (Was für ein Klischee!) – sondern ganz klar das IVAR System. Es ist schlicht, preiswert und so unendlich kombinierbar. Was am Anfang für das Schlafzimmer gedacht war, landete am Ende doch in der Küche. Aber Opfer gehören bei jeder Einrichtungsschlacht dazu – genauso wie der Geruchssinn, welcher in der großen Kerzenabteilung leiden musste. (Gibt es zu viele Kerzen? Der Schwede hat definitiv eine Meinung dazu…)

Etliche Hotdogs später, konnte man nun die Wohnung abhaken und die Erkundung der Stadt weiter ausführen. Perfekt für diese Besichtigungstour war mein wertvollster Gegenstand geeignet: mein Fahrrad. Und Braunschweig ist wirklich eine Fahrradstadt. Es gibt extra Wege, Streifen und Ampeln, was mein Risikospiel von „Fußgänger umfahren“ oder „selber umgefahren werden“ auf ein neues Level holt. Hatte ich mich nun in einem der vielen Parks verirrt, kamen mir zwei Fragen:
1. Wo ist Nils Holgersson? und 2. Ist Ihm klar, dass Lappland eigentlich Braunschweig zu sein scheint?
Ich habe wirklich nie zuvor so viele Wildgänse auf einem Fleck gesehen. (Füttern ist keine gute Idee, außer du bist ein Fan von Hitchcock und/oder kannst schnell rennen.) Dann noch eine Kuriosität: In Braunschweig gibt es Frisbeegolf. Ich bin mir nicht sicher ob es das Schwarzlicht Minigolf in meiner Heimatstadt schlägt, aber es ist witzig Leute mit solchen ernsten Mienen eine Frisbee werfen zu sehen. Noch witziger ist es, wenn dieser Wurf dann zwischen der Gänseschar verloren geht.

Hatte ich mich dann aus dem ganzen Grün doch hinaus in die Stadt verirrt, wurde das Ziel meines Fahrrads schnell klar: Die Schloss-Arkaden. Das Schloss ist schon beeindruckend anzusehen, die Säulen, Fontänen und Statuen. Dort ist auch die Bibliothek zu finden, mit Ihren hundert Stimmen von Geschichten, die entdeckt werden wollen. Ist man dort ausgestattet, doch es fehlt noch das passende Geschenk, findet sich für jeden Anlass schnell etwas im Inneren des Hauptgebäudes. Ob neue Spielkörbe für die Nichte im „Sostrene Grene“, neues Bastelzubehör im „idee“ oder etwa einen Whiskey im „Barrique Braunschweig“ – es ist für jeden Zweck vorgesorgt. Doch auch außerhalb vom Schloss gibt es noch so viel zu Entdecken. Im „AfghanWarenhouse“ gibt es von Raucherstäbchen, über Ketten und Ringe, zurück zum Meditationskissen alles. Das „Werkhaus“ bietet umweltfreundliche und innovative Stecksysteme für jeden Hobbybastler. Ich habe zum Beispiel dort einen „Leo Organizer“ für meinen Schreibtisch ergattert und er hilft mir wirklich sehr beim Ordnung halten. 😉

Wir ihr seht: Die Auswahl ist groß und auch für einen „Schülergeldbeutel“ reicht es aus. Aber wenn dem einmal nicht mehr so sein sollte, ein heißer Tipp: Foto vom Geschäft und selbst gestalteter Gutschein sind die Lösung. Ganz nach dem Motto: „Ich schenk dir das, wenn ich Geld habe.“ Das ist immerhin eine nette Geste. (Hier der Verglich mit einem Verlobungsring, der sagt ja auch, in naher Zukunft bin ich dir treu.)  Wer dann genug von Leuten, dem Gewusel und zu vielen SALE Ausschreibungen hat, sollte sich schleunigst in die Nebengassen begeben. Denn nicht weit entfernt finde Ihr den (richtigen) Irish Pub „wild geese“. Dort gibt es kaltes Guinness, lustige Bedienungen, echte irische Livemusik am Freitag, gute Stimmung und einen Hund. (Ich werde -leider- nicht mit Guinness für diese Aussage bezahlt.) Momentan hat die Küche noch wegen Umbauarbeiten geschlossen, doch vielleicht ist das nach dem Lockdown nicht mehr der Fall. Damit endet meine erste Tour durch Braunschweig und es bleibt nur noch zu sagen:

Bleibt negativ,

Karoline

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